I. Einführung in die Hämatologie

Die Hämatologie ist das medizinische-naturwissenschaftliche Fachgebeit, dass sich beschäftigt mit:

  • dem Blut
  • den blutbildenden Organen
  • den Blutzellen
  • den Erkrankungen des Blutes

 

Der Begriff „Hämatologie“ stammt aus dem Griechischen:

  • haima = Blut
  • lógos = Lehre

=> Hämatologie bedeutet also wörtlich: „Die Lehre vom Blut“

I.I. Bedeutung der Hämatologie

  • ist ein lebenswichtiges Gewebe, das nahezu alle Organe miteinander verbindet

 

Veränderungen im Blut können Hinweise sein für:

  • akute Erkrankungen
  • chronische Prozesse
  • Infektionen
  • Entzündungen
  • Tumorerkrankungen
  • Stoffwechselstörungen

=> eshalb gehört das Blutbild zu den häufigsten Laboruntersuchungen überhaupt.

Typische klinische Fragestellungen:

  • Warum ist der Patient müde? => Anämie?
  • Fieber unklarer Genese => Infektion?
  • Blutungsneigungen => Thrombozytopenie? 
  • erhöhte Entzündungswerte => reaktiv oder maligne?

=> Die Hämatologie liefert hier oft erste entscheidende Hinweise

I.II. Hämatologie als Kerndisziplin der MTL/A

Im medizinischen Labor ist die Hämatologie ein zentrales Fachgebiet und eng verzahnt mit:

  • Klinische Chemie
  • Immunologie
  • Transfusionmedizin
  • Mikrobiologie
  • Pathologie

 

Hämatologische Untersuchungen:

  • kleines Blutbild
  • großes Blutbild (Differentialblutbild)
  • Retikulozyten
  • Blutausstrich (Morphologie)
  • Knochenmarksdiagnostik (spezialisiert)
  • Zellzählungen automatisiert & manuell

I.III. Rolle der MTL/A

Die Arbeit der MTL/A ist entscheidend für die Aussagekraft der hämatologischen Diagnostik.

 

Aufgaben der MTL:

  • Präanalytik (Material, Antikoagulanz, Lagerung)
  • Bedienung & Wartung hämatologischer Analysegeräte
  • Plausibilitätskontrollen
  • Anfertigung & Beurteilung von Blutausstrichen
  • Erkennen pathologischer Zellbilder
  • Qualitätssicherung
  • Kommunikation mit medizinischen Fachpersonal 

 

Fehler in der Hämatologie entstehen häufig nicht durch das Gerät, sondern durch:

  • mangelnde Kenntnisse in der Präanalytik
  • fehlende Plausibilitätskontrollen
  • mangelnde morphologische Kenntnisse

II. Blut

Blut wird oft als flüssiges Organ bezeichnet, da es aus:

  • aus Zellen besteht
  • klar definierte Funktionen hat
  • eine komplexe Regulation besitzt

 

Zusammensetzung des Blutes:

  • Plasma (~55%)
  • Zelluläre Bestandteile (~45%)

 

Zelluläre Bestandteile:

  • Erythrozyten – „roten Blutzellen“
  • Leukozyten – „weißen Blutzellen“
  • Thrombozyten – „Blutplättchen“

=> Diese Zellen entstehen durch den hochregulierten der Hämatopoese

II.I. Aufgaben des Blutes

a) Transportfunktion

  • Sauerstoff -> über Hämoglobin
  • Kohlendioxid
  • Nährstoffe
  • Stoffwechselprodukte
  • Hormone

 

b) Abwehrfunktion

  • unspezifische Immunabwehr
  • spezifische Immunabwehr
  • Entzündungsreaktion

 

c)Hämostase

  • Blutstillung bei Verletzungen
  • Vermeidung von Blutverlust
  • Gleichgewicht zwischen Gerinnung & Gerinnungshemmung

 

d) Regulationsfunktion

  • pH-Wert
  • Temperatur
  • Wasser- und Elektrolythaushalt